Vier neue Forschungsprojekte gestartet
FVA Projektstarts Mai 2026
Die Forschungsvereinigung Antriebstechnik (FVA) erweitert ihr Forschungsportfolio im Mai erneut um vier zukunftsweisende Projekte. Die gestarteten Vorhaben adressieren aktuelle Herausforderungen und Innovationspotenziale in den Bereichen Leichtbau, Sensorik, Wärmebehandlung und Berechnungsmethoden für die Antriebstechnik.
Mit den neuen Projekten stärkt die FVA den vorwettbewerblichen Wissensaufbau entlang zentraler Zukunftsthemen der Branche. Die Projekte werden gemeinsam mit Forschungseinrichtungen und Industriepartnern durchgeführt und bieten FVA-Mitgliedern die Möglichkeit, ihre Expertise aktiv einzubringen und frühzeitig von neuen Erkenntnissen zu profitieren.
Die vollständigen Projektinformationen, Arbeitsstände und Beteiligungsmöglichkeiten stehen den Mitgliedern jederzeit im Wissensportal THEMIS zur Verfügung.
Hypotrochoidische Profilformen für hochbelastbare FKV-Verbindungen
Projekt 1111 I – „Hypotrochodie FKV“
Das Forschungsprojekt untersucht neue Verbindungstechnologien für Faser-Kunststoff-Verbindungen (FKV) mit hypotrochoidischen Profilformen. Ziel ist es, die Momentübertragungsfähigkeit zwischen Metallflansch und FKV-Komponenten – insbesondere bei langen Karbonwellen mit hohen Drehmomenten – deutlich zu verbessern.
Konventionelle Verbindungsprinzipien wie Pass- oder Keilfedern führen häufig zu Faserunterbrechungen und lokalen Spannungsspitzen. Das Projekt verfolgt daher einen neuen Ansatz zur belastungsgerechten und faserverbundoptimierten Auslegung solcher Verbindungen.
Durch experimentelle Untersuchungen und simulationsgestützte Analysen sollen geeignete Geometrien, Materialkombinationen und Lagenaufbauten identifiziert werden. Ergänzend entsteht eine praxisnahe Auslegungsrichtlinie sowie ein einfach anwendbares Berechnungsmodell.
Das Vorhaben wird im Rahmen der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) gefördert und leistet einen wichtigen Beitrag zur breiteren Nutzung von Hochleistungsleichtbau in der Antriebstechnik.
KI-basierte Sensorfusion für intelligente Antriebssysteme
Projekt 1109 I – „KI-Sensorfusion“
Mit dem zunehmenden Einsatz intelligenter Sensorsysteme wachsen auch die Anforderungen an die Auswertung großer und heterogener Datenmengen. Das neue FVA-Projekt „KI-Sensorfusion“ untersucht deshalb Methoden der KI-basierten Merkmalsextraktion und Sensordatenfusion für Anwendungen in der Antriebstechnik.
Im Fokus stehen Verfahren zur automatisierten und adaptiven Verarbeitung von Sensordaten – von Rohdaten bis hin zur Entscheidungsfusion. Ziel ist es, robuste und resiliente Auswertungsmethoden für Anwendungen wie Condition Monitoring, prädiktive Wartung, energieoptimalen Betrieb oder Anomaliedetektion zu identifizieren.
Neben einem Überblick über verfügbare Werkzeuge und KI-Methoden analysiert das Projekt konkrete Anwendungsszenarien im Antriebsstrang. Damit liefert das Vorhaben wertvolle Orientierung für Unternehmen, die KI-basierte Datenauswertung künftig gezielt in ihren Entwicklungs- und Betriebsprozessen einsetzen möchten.
Weiterentwicklung der KNplus-Berechnungsmethodik
Projekt 49 XVII – „KNplus 5.3“
Mit dem Projekt „KNplus 5.3“ wird die etablierte Berechnungsmethodik für Zahnkontakte weiterentwickelt und an aktuelle Anforderungen angepasst. Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit und Anwendbarkeit der KNplus-Methodik weiter zu erhöhen und neue Erkenntnisse aus Forschung und Praxis in die Softwareumgebung zu integrieren.
Die kontinuierliche Weiterentwicklung von Berechnungsmethoden ist eine wesentliche Grundlage für effiziente Entwicklungsprozesse und eine zuverlässige Auslegung moderner Antriebssysteme. Das Projekt unterstützt Unternehmen dabei, Simulation und Auslegung noch präziser und praxisnäher durchführen zu können.
Optimierte Wärmebehandlung für Wälzlagerkomponenten
Projekt 707 IX – „Lager-Induktivhärten“
Das Projekt „Lager-Induktivhärten“ beschäftigt sich mit der gezielten Optimierung von Wärmebehandlungsprozessen für Wälzlagerkomponenten. Im Fokus steht das Induktivhärten als energieeffizientes und prozesssicheres Verfahren zur Verbesserung von Bauteileigenschaften.
Durch die Untersuchung relevanter Prozessparameter und deren Einfluss auf Werkstoff- und Bauteileigenschaften sollen belastbare Zusammenhänge für eine optimierte Prozessauslegung geschaffen werden. Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit und Lebensdauer von Lagerkomponenten weiter zu steigern und gleichzeitig die Prozesssicherheit zu erhöhen.
Das Vorhaben wird im Rahmen der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) gefördert und adressiert insbesondere die Anforderungen moderner, hochbelasteter Antriebssysteme.
Forschung gemeinsam gestalten
Die neuen Projekte zeigen erneut die thematische Breite und Innovationskraft der FVA-Forschungsarbeit – von KI-gestützter Datenauswertung über moderne Leichtbaukonzepte bis hin zu Fertigungs- und Berechnungstechnologien.
FVA-Mitglieder können die Projekte aktiv begleiten, eigene Fragestellungen einbringen und sich frühzeitig über Ergebnisse und Entwicklungen informieren.
Alle Informationen zu den Projekten, den beteiligten Forschungseinrichtungen sowie zu Mitwirkungsmöglichkeiten finden Mitglieder im Wissensportal THEMIS.
