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Gemeinschaftsprojekt HiPerComp – High Performance Components mit Stahl-Innovationspreis ausgezeichnet

Am 9. Juni ist der Stahl-Innovationspreis 2015 im Rahmen des Berliner Stahldialogs vor über 500 Teilnehmern verliehen worden. Die Preisträger nahmen ihre Auszeichnungen aus den Händen der Schirmherrin Prof. Dr. Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung, entgegen.
„Deutschland ist ein sehr innovativer Stahlproduzent und weltweit wettbewerbsfähig. Wir entwickeln den Stahl immer weiter, erfinden ihn neu, erforschen bessere Eigenschaften und erweitern seine Einsatzmöglichkeiten. Dadurch wird Stahl zu einem Material, das unser Leben bereichert und vielfach erleichtert. Herausragende Innovationen, wie die heute ausgezeichneten, sind Sinnbild für unseren Forschergeist und unser Streben nach Fortschritt. Ich gratuliere den Preisträgern ganz herzlich und danke für die herausragenden Leistungen“, sagte Johanna Wanka bei der Preisverleihung. Sie wies zudem auf die neue Hightech-Strategie der Bundesregierung hin, in der die Materialforschung einen hohen Stellenwert einnimmt.
Der Stahl-Innovationspreis wurde in diesem Jahr zum zehnten Mal verliehen. In den 26 Jahren hat er von seiner Attraktivität nichts eingebüßt. Er ist einer der bedeutendsten Wettbewerbe seiner Art. 578 Projekte sind 2015 eingereicht worden. Kein vergleichbarer Wettbewerb in Deutschland weist eine so hohe Beteiligung auf. 13 Projekte sind ausgezeichnet worden, ein Sonderpreis wurde zum „Klimaschutz mit Stahl“ vergeben: Forscher des Fraunhofer-Instituts in Chemnitz haben ein Windrad entwickelt, bei dem die Rotorblätter aus dem Öko-Werkstoff Stahl - und nicht wie sonst aus faserverstärkten Kunststoffen - sind. Kurz: Stahl „beflügelt“ Windkraft. Auch die übrigen Gewinner stellen die große Anwendungsvielfalt von Stahl unter Beweis. Sie stammen u.a. aus den Bereichen Architektur und Bauwesen, Design, Maschinen- und Anlagenbau sowie Fahrzeugtechnik und Wissenschaft.


„Wir haben nach besten Ideen mit dem Werkstoff Stahl gesucht und sie gefunden“, versichert Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl. Die Preisträger zeigen, „welche Ergebnisse das Zusammenspiel von Inspiration, Werkstoff, Verarbeitung und Produktentwicklung in stahlbasierten Wertschöpfungsketten erbringt.“ Gleichzeitig warnte der Verbandspräsident aber auch davor, die Innovationskraft der Stahlunternehmen und ihrer Kunden durch politische Regulierungen - vor allem zur Energie- und Klimapolitik – einzuschränken. Der rechte Pfad für die Energiewende führe nur über Innovationen und die Industrie.
„Die Stahlindustrie hat einen attraktiven Wettbewerb geschaffen“, lobt Jurymitglied Prof. Dr. Wolfgang Bleck, Leiter des Instituts für Eisenhüttenkunde an der RWTH Aachen: „Das große Spektrum der neuen Ideen mit dem Werkstoff Stahl spiegelt sich in der Besetzung der Jury wider; hier stehen Stahlanwender und –verarbeiter, Architekten und Designer sowie Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen vor der Qual der Wahl.“

Um der großen Anwendungsvielfalt des Werkstoffs Stahl gerecht zu werden, wurde der Stahl-Innovationspreis in vier Kategorien verliehen. In jeder Kategorie gibt es drei Preisträger.

Stahl-Innovationen in Berlin ausgezeichnet

In der Kategorie „Forschung und Entwicklung“ gehört die Forschungsstelle für Zahnrä-der und Getriebebau (München) gemeinsam mit dem Institut für Eisenhüttenkunde (Aachen), dem Lehrstuhl für Werkstoffkunde (Kaiserslautern) und der Stiftung Institut für Werkstofftechnik (Bremen) zu den Preisträgern. In dem Gemeinschaftsprojekt HiPerComp – High Performance Components wurden Grundlagen- und Anwendungsforschung kombi-niert und damit die Potenziale eines neuen Werkstoffdesigns für hochbeanspruchte An-triebskomponenten aufgezeigt. Das Unternehmen Linde + Wiemann (Dillenburg) erhielt den Preis für eine schlanke A-Säule für Pkw. Die Kombination von zwei modernen Ferti-gungsverfahren für Hohlprofile und eine funktionsoptimierte Bauteilgestaltung ermöglicht die Realisierung einer einteiligen A-Säule, die leichter ist, das Fahrersichtfeld deutlich ver-größert und somit die Sicherheit erhöht. Das Institut für Umformtechnik und Leichtbau (Dortmund) wurde für ein Verfahren zur Herstellung von Leichtbauprofilen durch Inkremen-telles Profilumformen ausgezeichnet. Die neu entwickelte Umformtechnologie ermöglicht die flexible Herstellung von Profilen aus höchstfesten Stählen mit bislang nicht erreichter geometrischer Komplexität und kombiniert damit die Strategien des Werkstoff- und des Formleichtbaus.

Personen v.l.n.r.: Johanna Wanka, Carolin Wickborn [FZG], Margarita Bambach [IEHK], Hendrik Kramer [WKK], Dr.-Ing. Holger Surm [IWT], Ranga Yogeshwar Bildquelle: Wirtschaftsvereinigung Stahl