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„Einflussgrößen auf die Entkopplung von induzierten Drehungleichförmigkeiten durch nasslaufende Kupplungssysteme im Schlupfbetrieb“

FVA 780 I, IGF-Nr. 18501 N

Die Anwendung schlupfgeregelter Kupplungssysteme zur Entkopplung bzw. Dämpfung von Drehungleichförmigkeiten gewinnt zunehmend an Bedeutung. Beispiele finden sich in Marineanwendungen und im Nutzfahrzeugbereich. Weitere Anwendungen finden sich im Automobilbereich in Form von schlupfgeregelten Wandlerüberbrückungskupplungen, Anfahrkupplungen in Automatikgetrieben und Doppelkupplungsgetrieben sowie vereinzelte Ansätze bei Einscheibenkupplungen. Basis für die optimale Synthese einer Schlupfregelung bzw. Auslegung der Regelungsstrategien sind allerdings detaillierte Kenntnisse über das grundlegende Übertragungsverhalten des Kupplungssystems, welches durch das Drehmoment-/ Drehzahlverhalten zwischen Kupplungseingang und -ausgang beschrieben wird.

 

Das Forschungsvorhaben FVA 780 I untersucht den Einfluss von Beanspruchungsgrößen wie z. B. Grundschlupfdrehzahl und Flächenpressung sowie den Einfluss von Systemstrukturgrößen insbesondere des tribologischen Systems auf das Übertragungsverhalten und damit die Entkopplungswirkung im nasslaufenden Friktionskontakt. Da das Übertragungsverhalten auch maßgeblich vom Reibungszahlverhalten im Friktionskontakt beeinflusst wird, wird ebenso das dynamische Reibungszahlverhalten unter hochfrequenter torsionaler Anregung untersucht. Dabei werden Systemwechselwirkungen mit einem Restantriebsstrang, welche zu einem veränderten Reibverhalten im Friktionskontakt führen, berücksichtigt.

Ein Ergebnis dieses Vorhabens ist die Darlegung des dynamischen Reibungszahlverhaltens im nasslaufenden Friktionskontakt im geregelten Dauerschlupfbetrieb sowie die Darlegung und Bestätigung des Potentials zur Schwingungsreduzierung durch das nasslaufende Kupplungssystem. Ebenso ist die Identifizierung maßgeblicher Einflussgrößen auf das Reibungszahl- und das Entkopplungsverhalten im nasslaufenden Friktionskontakt ein Ergebnis dieses Vorhabens. Der Einfluss dieser wird dabei qualitativ mittels empirischer Modellbildung ermittelt und dargelegt.

Das IGF-Vorhaben IGF-Nr. 18501 N der Forschungsvereinigung Antriebstechnik e.V. (FVA) wurde über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.

Abbildung 1: Kupplungssystem als Element zur Schwingungsreduzierung – Systemschaubild