Übertragbarkeit der Partikelgehaltsprognose auf ölbadgeschmierte Industriegetriebe
FVA 493 III, IGF-Nr. 18694 N

Gegenüberstellung der Partikelgehaltsprognose mit und ohne Sedimentationsbetrachtung

Im Rahmen der Auslegung von Wälzlagern können Kosten durch die genaue Kenntnis der zukünftigen Reinheitsklasse des Systems reduziert werden. In den Vorgängervorhaben Partikelgehalt I & II“ (IGF-Nr. 14610 N & 16660 N) wurde zur Verbesserung der Kenntnis des Reinheitsniveaus eine Methode zur Prognose des Partikelgehalts im Getriebeöl entwickelt.

Im Rahmen des Vorhabens Partikelgehalt III wurde ein Prüfaufbau für die Bestimmung der relevanten Einflüsse (Partikelform, Partikeldichte, Ölviskosität, und Ölbewegung) auf die Sedimentation entwickelt. Im Vorhaben konnten die Einflussfaktoren Partikelform, Partikeldichte, Ölviskosität, und Ölbewegung erfasst und untersucht werden. Hierbei zeigte sich ein deutlicher Einfluss von Ölviskosität und Ölbewegung auf die Sedimentation. Durch eine Gegenüberstellung von experimentell ermittelter und berechneter Sedimentation wurde festgestellt, dass die Sedimentation im Versuchsaufbau deutlich langsamer abläuft als berechnet.

Weiterhin wurde der Einfluss von Online- und Offline-Messverfahren für die Bestimmung der Ölreinheitsklassen auf die Sedimentationsergebnisse erfasst. Die verglichenen Verfahren zeigten qualitativ ähnliche Verläufe der Sedimentation und weisen im absoluten Vergleich Unterschiede von bis zu fünf Reinheitsklassen auf. Die abschließenden Untersuchungen an realen Getrieben konnten zeigen, dass die Ergebnisse des Sedimentationsaufbaus auf die Getriebe übertragen werden können. Die gewonnenen Erkenntnisse am Prüfaufbau bzgl. der Sedimentationsthematik ermöglichen, in Abhängigkeit des Betriebspunktes, eine Erweiterung der bestehenden Partikelgehaltsprognose um die Sedimentation und eine Anwendung auf ölbadgeschmierte Industriegetriebe. Das Ziel des Forschungsvorhabens wurde erreicht.

Das IGF-Vorhaben IGF-Nr. 18694 N der Forschungsvereinigung Antriebstechnik e.V. (FVA) wurde über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.