Bearing World feiert erfolgreiche Premiere

Spannende Vorträge bei der BEARING WORLD Konferenz

Ohne (Wälz-) Lager bewegt sich auch in Zukunft nichts in der Antriebstechnik. Davon konnten sich die 200 Teilnehmer aus dem In- und Ausland, aus Industrie und Wissenschaft, auf der Premiere des einzigen internationalen, wissenschaftlichen Fachkongresses zum Thema Lager überzeugen.  Die Kernthemen Zuverlässigkeit und Effizienz standen im Fokus der Veranstaltung, die von der  Forschungsvereinigung Antriebstechnik e. V. (FVA) und Prof. Gerhard Poll von der Leibniz Universität Hannover ins Leben gerufen wurde.

Frankfurt am Main/Hannover, 13.04.2016: Erstmalig veranstaltete die FVA den internationalen Lagerkongress BEARING WORLD, der vom 12. bis zum 13. April  unter dem Motto „Industrieforschung und Wissenschaft im Dialog mit der Anwendung“ in Hannover stattfand. Über 200 Teilnehmer aus 11 Ländern kamen zu der Expertentagung, die bei den Teilnehmern sehr gut ankam. Zugleich betrat die FVA mit dem internationalen Kongress in zweifacher Hinsicht Neuland. Zum einen erweitert sie mit der BEARING WORLD ihr Themenspektrum bei Fachkongressen um ein weiteres Kernthema der Antriebstechnik, nämlich Lager. Zum anderen begibt sich die FVA mit der BEARING WORLD auf internationales Parkett. Bisher war die FVA auf den Gebieten Getriebeproduktion (GETPRO), Schmierung (GETLUB), Simulation (SIMPEP) und Elektromobilität (E-MOTIVE) bereits in nationalen Kongressformaten erfolgreich unterwegs..

Internationale Zusammenarbeit in Forschung und Entwicklung ist notwendig

Die Internationalisierung der FVA folgt der Logik der Märkte und in der Konsequenz den Erfordernissen der Forscher und Entwickler in Industrie und Wissenschaft. Dr. Arbogast Grunau, Leiter Corporate R&D Competence and Services, Schaeffler AG und Vorsitzender des Vorstandes der FVA, erläutert mit Blick auf die internationalen Wälzlagermärkte: „Ein globaler Markt bedeutet, dass wir immer auch global denken sollten. Für Forschung und Entwicklung ist dies eine klare Aufforderung zur internationalen Zusammenarbeit. Das gilt gleichermaßen für die Unternehmen wie auch für die wissenschaftlichen Institute. Dieser Aufforderung kommen wir mit der Bearing World nach.“

Hochkarätige Vorträge mit internationalen Experten

Der Kongress bot einen umfassenden Überblick über den aktuellen Stand der Technik, der Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der Wälzlager. Schwerpunkte waren in diesem Jahr Wälzlager, in Zukunft sollen jedoch auch weitere Lagerkonzepte berücksichtigt werden. Für die Keynotes konnten hochkarätige Fachleute gewonnen werden. Sie gaben Einblicke in die zukünftigen Herausforderungen für Lagerhersteller.  Innovative Konzepte, White Etching Cracks (WEC), Zuverlässigkeit und Funktionssicherheit, Tribologie und Effizienz, Schadensdiagnose und -vermeidung waren die Themenfelder der Veranstaltung. Rund ein Viertel der 28 Vorträge mit aktuellen Forschungsergebnissen aus den wissenschaftlichen Forschungsinstituten und den Forschungsabteilungen der Unternehmen steuerten Experten aus dem Ausland bei. Alle Vorträge und Diskussionen wurden simultan ins Deutsche und Englische übersetzt.

Große Herausforderungen an die Lager der Zukunft – Forschung gefragt

Bernd Stephan, Senior Vice President Group Technology Development, SKF Group, beantwortete in seiner Keynote die Frage, ob es sich bei Lagern um Hochtechnologieprodukte oder Standardware handele: „Wälzlager sind sehr komplexe Maschinenelemente. Der Wälzkontakt als wesentliche Funktion des Wälzlagers ist dabei noch nicht vollständig erforscht. Auch das Tribosystem zwischen Wälzlager und Schmiermittel lässt noch gewaltigen Entwicklungsspielraum zu. Neue Materialien wie Spezialstähle und Keramikwälzkörper eröffnen komplett neue Dimensionen. Vor diesem Hintergrund handelt es sich hierbei sicherlich um ein Hightech-Produkt.“

Die Digitalisierung spielt auch beim Thema Wälzlager eine wichtige Rolle und dringt in alle Geschäftsbereiche ein. Zu den Herausforderungen in der Wälzlagerentwicklung sagte Rainer Eidloth, Senior Vice President Bearings-Components Development bei der Schaeffler AG: „In der digitalisierten Welt, beispielsweise im Kontext Industrie 4.0, sind vernetzte Informationen und Daten eine wesentliche Grundlage. Lager als Kernkomponenten des Antriebsstranges sind dazu prädestiniert, die relevanten Parameter aus dem Antriebsstrang aufzunehmen und weiterzuleiten. Die Herausforderung besteht nun darin, Wälzlager und Sensorik so zu verbinden, dass die Daten in standardisierter Form für die OEMs und Kunden verwertbar und nutzbar werden.“

Auf die Bedeutung von Wälzlagern in den Antriebssträngen der Zukunft ging  Dr. Tobias Lösche-ter Horst, General Manager of Powertrain Research, Volkswagen AG, ein:Die Antriebsstränge in zukünftigen automotiven Anwendungen werden auch weiterhin sehr spezifische Anforderungen an das Wälzleger stellen, wie zum Beispiel hinsichtlich Dynamik, Temperaturverhalten und Bauraum. Das Wälzlager bleibt dabei eines der zentralen Maschinenelemente.“

Positives Fazit
Sehr zufrieden mit der Premiere der Bearing World zeigte sich der stellvertretende Geschäftsführer der  FVA, Bernhard Hagemann: „Für unsere Forschungscommunity in der FVA und die Anwender in der Industrie ist es wichtig, Impulse aus aller Welt zu erhalten und sich international zu vernetzen. Die hohe Teilnehmerzahl zu unserer Premiere belegt das große Interesse am  internationalen Format und dem inhaltlichen Konzept der Veranstaltung. Wir sind mit dem Start äußerst zufrieden und werden den Weg der Internationalisierung konsequent weiter gehen. Wir freuen uns auf die nächste Bearing World im In- oder Ausland“, so Bernhard Hagemann.

Keynote Speaker: Bernd Stephan, Senior Vice President Group Technology Development, SKF Group
Prof. Gerhard Poll, Leibniz Universität Hannover, Sprecher Programmausschuss BEARING WORLD